Zoll nimmt Kleinsendungen ins Visier


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Außenwirtschaft

26. Oktober 2010 - Unnötige Bürokratie kostet Unternehmen Millionen

Die elektronische Zollanmeldung soll schon bald auch für Kleinsendungen erforderlich sein.

Sendungen mit einem Warenwert von unter 1.000 Euro müssen bislang bei der Ausfuhr nicht bei der Zollverwaltung angemeldet werden. Bei der Einfuhr reicht eine stark vereinfachte Erfassung. Diese Erleichterungsmöglichkeit wird momentan in der EU von Deutschland und Österreich genutzt. Die EU will diese Bagatellgrenze streichen und begründet dies damit, dass alle Verfahren elektronisch sein müssen.

Der modernisierte Zollkodex sieht vor, dass die Ausnahmeregelung ab Mitte 2013 entfällt. Danach wäre für jede Warensendung unabhängig von ihrer Größe eine elektronische Zollanmeldung notwendig. Dadurch käme auf viele Unternehmen der Textil- und Bekleidungsbranche eine bürokratische Mehrbelastung zu, weil dann jede Sendung schriftlich anzumelden wäre.

Gerade in der Bekleidungsindustrie kommen Kleinsendungen unter 1.000 Euro häufig vor, wenn kleinere Auslandskunden beliefert werden oder Händler geringe Stückzahlen nachbestellen. Unter Kleinsendungen fallen aber nicht nur Sendungen mit Rechnung, sondern auch Musterlieferungen, kostenlose Ersatzlieferungen oder Kataloge. Diese Sendungsarten werden häufig nicht zentral über eine Versandabteilung verschickt, sondern von verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens. Die interne Datenbeschaffung ist folglich schwierig.

Inzwischen liegt eine empirische Studie des DIHK vor, welche die finanziellen Auswirkungen der Neuregelung deutlich werden lässt. Kleinsendungen machen immerhin ein Fünftel aller Ein- und Ausfuhren aus. Berücksichtigt man den Anteil, für den bereits heute gemeldet wird, müssten in Deutschland pro Jahr ca. 9 Millionen Zollanmeldungen zusätzlich abgegeben werden. Die Durchschnittskosten einer Zollanmeldung liegen bei 11 Euro, bei Unternehmen mit einem hohen Kleinsendungsanteil sowie bei Firmen mit nur wenigen Sendungen sogar bei 30 Euro. In hohem Maße wären Online-Shops und kleinere Firmen betroffen.

Die geplante Abschaffung der Meldebefreiung von Kleinsendungen ist nur ein Detail der umfassenden Umgestaltung des EU-Zollrechts und zeigt, dass kleine Änderungen erhebliche Auswirkungen auf die betriebliche Praxis haben können. Die Kosteneffekte werden oft unterschätzt.

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