Freihandelsabkommen Südkorea

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Außenwirtschaft

17. Dezember 2010 - Am 1. Juli 2011 soll das Freihandelsabkommen EU – Südkorea in Kraft treten.

Die im Oktober 2009 geschlossene Vereinbarung könnte den textilen Außenhandel mit Korea beflügeln. Der Internationale Währungsfonds schätzt das koreanische Wirtschaftswachstum für 2010 auf 5,75 Prozent. Der Export soll um 10 Prozent zunehmen, vor allem durch die steigende Nachfrage aus China und Südostasien. Im Textilbereich wird sogar ein Ausfuhrplus von bis zu 17 Prozent vorausgesagt. Die guten Wachstumsaussichten dürften sich in den verfügbaren Einkommen niederschlagen, die im ersten Halbjahr 2010 bereits um über 4 Prozent gestiegen sind. Insgesamt kaufen die Koreaner marken- und qualitätsbewusst, und der koreanische Modemarkt entwickelt sich vielversprechend. Im vergangenen Jahr wurden Textil- und Bekleidungsprodukte im Wert von 24,2 Mrd. US-Dollar abgesetzt. Neben dem Luxussegment, das mit 1,7 Mrd. US-Dollar taxiert wird, boomt der Markt für Sportswear, Accessoires und Wellness-Artikel.

Der Ratifizierungsprozess des Freihandelspakts hatte sich über Monate hingezogen. Neben Bedenken der europäischen, insbesondere der italienischen Automobilindustrie sorgten sich einige Mitgliedstaaten über die ausgehandelten Bestimmungen zur Zollrückvergütung: Importierte Vormaterialien, die in der EU oder Südkorea zu Ursprungswaren verarbeitet werden, brauchen nach ihrem Re-Export in verarbeiteter Form nicht verzollt zu werden. Diese Praxis ist in anderen FTAs der EU verboten. Für europäische Hersteller sind solche Erleichterungen eher theoretischer Natur, solange die Ursprungsregeln anderer Freihandelsabkommen nicht reformiert sind. Schließlich können sie ihre Ursprungskalkulation nicht alleine am koreanischen Markt ausrichten. Andersherum kann für koreanische Firmen die Berücksichtigung EU-spezifischer Regelungen durchaus Vorteile bringen, da sie sich einem viel größeren Absatzmarkt gegenüber sehen. Ein weiterer Streitpunkt waren die Ursprungsregeln. Für einige Produkte sind Lockerungen vorgesehen. Mit großen Verzerrungen ist deswegen aber nicht zu rechnen. Bisher liefert Deutschland mehr als doppelt so viel Bekleidung an Südkorea, als von dort importiert wird.

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