Indien stoppt Baumwollausfuhr


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Außenwirtschaft

17. Dezember 2010 - Am 15. Dezember ist in Indien die Frist für den Export von Baumwolle ausgelaufen. Nur die Hälfte des zulässigen Exportkontingents wurde im vorgesehenen Zeitraum verschifft.

Der Ausfuhrstopp sorgt für einen erneuten Preisanstieg und schürt die Verunsicherung bei Abnehmern weltweit, ob vertraglich vereinbarte Lieferungen überhaupt erfolgen können.

Vor drei Monaten hat die indische Regierung den Baumwollexport auf eine Höchstmenge von 5,5 Mio. Ballen (935 000 Tonnen) begrenzt und einen 45-tägigen Verschiffungszeitraum von 1. November bis 15. Dezember festgelegt. Schätzungen zufolge wurden in diesem Zeitraum jedoch nur 2,5 bis maximal 3 Millionen Ballen verschifft. Durch den großen Andrang an den indischen Häfen, Ernteausfälle sowie wetterbedingte Verzögerungen und Qualitätsbeeinträchtigungen konnte die zulässige Höchstmenge so kurzfristig nicht auf den Weg gebracht werden. Bis zum Ablauf der Frist wurden für überdies nur 5,02 Millionen Ballen Exportgenehmigungen erteilt. Damit ist die Quote nur zu rund 90 Prozent ausgeschöpft.

Schnelles Handeln lehnt die indische Regierung jedoch ab: Sie argumentiert, nur auf der Basis gesicherter statistischer Daten über die noch nicht verschifften Liefermengen entscheiden zu wollen. Die tatsächlichen Exportzahlen werden erst im Januar vorgelegt.

Auch bei der Verschiffung des Garnkontingents wird es mehr als eng. Die Ausfuhr aller registrierten Garne bis zum 15. Januar, dem von der Regierung festgelegten Termin, ist kaum zu bewerkstelligen. Außerdem kamen erhebliche Liefermengen, die Kunden im Ausland bereits zugesagt wurden, erst gar nicht in den Genuss der erforderlichen Registrierung. Die großen indischen Garnexporteure ringen indessen am Verhandlungstisch um eine Lockerung der Auflagen. Dabei haben die Spinnereien einen schweren Stand: Nach Angaben des indischen Textilverbandes CITI liegt die Erntemenge um eine halbe Million Tonnen - beinahe 10 Prozent - niedriger als erwartet. Diese Korrektur nach unten dürfte das Textilministerium in seinem rigiden Kurs bestärken.

Indien ist nach China zweitgrößter Baumwollproduzent der Welt. Auch bei den Exporten liegt Indien nach den USA auf Platz 2.

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