Indien gibt Baumwollausfuhr frei

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Verband & Wirtschaft

04. Mai 2012 - Am 30. April hat Indien den Exportstopp für Baumwolle aufgehoben. Richtig erleichtert ist aber niemand.

Sechs Wochen nach Einführung des Ausfuhrembargos kann indische Baumwolle wieder ohne Beschränkung ausgeführt werden. Die Freigabe gilt zunächst für den Rest des indischen Baumwolljahres, also bis September 2012.

Nach einem Treffen mit dem Landwirtschaftsminister hat der indische Handels- und Textilminister Anand Sharma die Erlaubnis für neue Exportregistrierungen erteilt. Die Entscheidung, die Blockade aufzuheben, wurde aufgrund einer angehobenen Produktionsschätzung des indischen Cotton Advisory Board getroffen. Laut Minister Sharma wird die Marktsituation bis auf weiteres alle zwei bis drei Wochen von den Ministern überprüft.

Um die heimische Textilindustrie zu stützen, hatte die indische Regierung am 5. März einen Exportbann verhängt. Dieser wurde eine Woche später nach heftigen Protesten der indischen Baumwoll-Farmer gelockert. Die Lockerung galt aber nur für bereits registrierte Ausfuhren. Neue Registrierungen wurden nicht zugelassen.

Auch wenn die Exporte wieder freie Bahn haben, sind viele internationale Marktteilnehmer durch die wiederholten Kehrtwendungen Indiens beunruhigt. In Indien selbst wird die offensichtlich fehlende Kommunikation zwischen den politischen Ressorts bemängelt. Chinesische Baumwollexperten sagen voraus, dass sich die Volksrepublik aufgrund des indischen Schlingerkurses künftig auf die Beschaffung aus den USA und aus Bangladesch konzentrieren wird. China ist der größte Baumwollimporteur der Welt und der größte Baumwollabnehmer Indiens. Weil auf indische Verlautbarungen in Sachen Baumwolle niemand mehr langfristig bauen möchte, blieben die internationalen Märkte von der Aufhebung der Restriktionen unbeeindruckt. Der Cotlook-A-Index liegt weiterhin bei knapp 1 US-Dollar/lb.

Bild: © CIS / www.pixelio.de

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