GO DIGITAL_Die Zukunft hat schon begonnen

Digitalisierung

Forschung, Technik & Umwelt

24. März 2017 - Computergestützte Verfahren werden in Design und Fertigung der Textilbranche schon seit den 80ern genutzt. Heute lassen sich 3D- und 2D-Technologien vernetzen, um Schnitt und Passform zu perfektionieren. Das ist wirtschaftlich und nachhaltig.

Inzwischen wird die Branche in rasantem Tempo von digitalen Technologien eingenommen. Dadurch entstehen unendlich viele Möglichkeiten, neue Workflow-Konzepte entlang der Wertschöpfungskette zu entwickeln und einzusetzen, die flexibel und transparent sind. Synergien und Mehrwert schaffen - das sind die Schlagworte, die das Thema Digitalisierung begleiten.

Woher kommt die Synergie und wie soll dadurch Mehrwert geschaffen werden?
Am Beispiel CAD kann man erahnen, welchen Mehrwert die Weiterentwicklung digitaler Technologien mit sich bringt. Es ist bereits gängige Praxis, Dessinierungen und Bekleidungsentwürfe, die in der 2D-Technologie entwickelt sind, mit Hilfe der 3D-Technologie auf einem Menschenkörper zu übertragen und sichtbar zu machen. Die Grundlage hierfür findet sich in der gängigen 3D-Filmtechnik, die bereits Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Ursprung hat. Auch die Schnitttechnik wird weiterentwickelt und bedient sich der bereits vorhandenen Technik. Da liegt es nahe, die menschlichen Körpermaße per 3D-Bodyscan auf einen virtuellen 3D-Formkörper zu übertragen, um diese dann in die 2D-Schnittkonstruktion als Maßgrundlage zu transferieren.

Der perfekte Schnitt ist wirtschaftlich und schnell
Auch mit Hilfe spezialisierter Software besteht die Möglichkeit, persönliche Körperdaten einzugeben, ohne sich eines 3D-Bodyscanners zu bedienen, damit der virtuelle Doppelgänger Form annimmt. Designer können so vorab ihre Modelle begutachten, ohne dass ein Muster genäht werden muss. In der Schnittentwicklung könnte das den Musterungsprozess verkürzen, da anhand einer solchen Visualisierung Passformprobleme schon vorzeitig erkannt werden können und der Schnitt somit passformgerechter entwickelt wird. Somit wären weniger Anproben am lebenden Modell notwendig. Auch kann auf das ein oder andere genähte Muster verzichtet werden.

Virtuelle und reale Vernetzung der Abteilungen
Spinnt man den Gedanken weiter, könnten die Daten aus dem Design direkt in die Schnittabteilung einfließen und so die bisher getrennten Bereiche zusammengeführt werden. Dies könnte zu einer höheren Effizienz im Entwicklungsprozess und weiterführend auch zu kürzeren Durchlaufzeiten im Produktionsprozess führen. Etiketten, Anhänger und andere kleinteilige Accessoires könnten für den Musterungsprozess könnten im eigenen 3D-Drucker hergestellt werden um somit bisher lange Musterungswege zu verkürzen.

Digital Retail
Auch für den Handel ergeben sich neue Möglichkeiten. Herkömmliche Verkaufsflächen sind fast nicht mehr zu einem adäquaten Preis zu finden, der Online-Handel boomt. In virtuellen Umkleidekabinen könnte die Kollektion direkt an personalisierten Models anprobiert werden - oder sie wird in einer virtuellen Modenschau präsentiert.

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