Wohin mit dem Plastikmüll?

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Forschung, Technik & Umwelt

27. März 2018 - Zu Jahresanfang machte China mit einem weitreichenden Importstopp für Plastikabfälle von sich reden. Das neue Verpackungsgesetz schreibt ab 2019 deutlich höhere Wiederverwertungsquoten für Kunststoffe vor. Was nun?

Die EU arbeitet bereits an neuen Regeln, um Einmalverpackungen drastisch zu reduzieren. Nach Angaben des Dualen Systems Deutschland (DSD) werden 90 Prozent der Abfälle aus dem Gelben Sack hierzulande verwertet – was bedeutet: recycelt oder auch verbrannt. Nach China gehen vor allem Elektroschrott in Plastikflaschen. Alleine aus Deutschland wurden bislang rund 760.000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr nach China verschifft. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Polyethylenfolien und PET, so die Experten vom DSD. Sie sehen in dem Importverbot der Chinesen eine Chance für die heimische Recyclingwirtschaft.

Weil Granulate aus Altkunststoff nicht zu wettbewerbsfähigen Preisen zu haben sind, fordert die Entsorgungswirtschaft bereits Hilfe vom Staat. Das heißt im Klartext: Mindestvorgaben für den Einsatz von Sekundärrohstoffen - oder eine Plastiksteuer, wie sie EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger schon vorgeschlagen hat, wenn bisher auch ohne Erfolg. Umweltschützer verlangen sogar verbindliche Standards zur Recyclingfähigkeit.

In Sachen Ressourcenschonung hat die Branche bereits einiges erreicht. Das gilt für Verpackung und Aufmachung durch stärkeren Einsatz recyclingfähiger Materialien, Verzicht auf Überflüssiges oder sogar Mehrweg. So hat der Wäschespezialist Mey hat bereits vor Jahren den „Schwäbischen Bumerang“ entwickelt, einen Kleiderbügel, der nach Verwendung im Einzelhandel von Mey wiederaufbereitet und erneut eingesetzt wird. Die Erfolge bei der Eindämmung des Verpackungsmülls ausbauen, ist jedoch nicht einfach. Von den meisten Konsumenten ist dafür keine Prämie zu erwarten Zwar unterstützt ein Großteil der Verbraucher Recyclingverpackungen, weniger Plastik und Mehrweglösungen. Mehr bezahlen will dafür aber nicht einmal jeder Vierte. Dazu kommt, dass nachhaltige Verpackungen, die hohen Anforderungen z. B. an Reißfestigkeit, Feuchtigkeitsresistenz und Stabilität entsprechen, noch nicht ausgereift sind. Auch biobasierte Folien und Beutel aus Zuckerrohr, Kartoffel- oder Maisstärke gelten nicht in jedem Fall als nachhaltig. Hier gibt es bereits Mahner, die daran erinnern, dass für Verpackungen keine Ackerfläche belegt werden darf, die für den Nahrungsmittelanbau besser eingesetzt würde. Das spricht für den Ansatz, auf Verpackungen, wo es möglich ist, ganz einfach zu verzichten.

Das ist bei Textilprodukten nicht ohne weiteres möglich, ob beim Transport oder bei der Aufmachung für den Endkunden. Hinzu kommt die Herausforderung des Online-Handels, der den Verpackungsaufwand in die Höhe treibt.

Zur Vorbereitung auf das neue Verpackungsgesetz und die neuen Recyclingquoten bietet Gesamtmasche am 16. Mai 2018
einen Workshop an, bei dem Experten die neue Rechtslage erläutern und Firmen die Möglichkeit haben, sich zu „Best Practice“-Lösungen im Bereich Verpackung auszutauschen.

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