Ageing Matters

AUSSENWIRTSCHAFT
 
 
 
Ageing Matters
Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung lassen den Anteil der Menschen 65+ an der Weltbevölkerung rapide steigen. Das führt zu neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends.

Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung lassen den Anteil der Menschen 65+ an der Weltbevölkerung rapide steigen. Das führt zu neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends, auf die sich Unternehmen einstellen müssen.

Die Weltbevölkerung im Alter von über 65 Jahren wird bis 2040 voraussichtlich auf 1,3 Milliarden anwachsen. Das Bruttoeinkommen dieser Altersgruppe soll um 38 Prozent steigen – auf durchschnittliche 21.811 US-Dollar pro Jahr. Inzwischen wächst auch in Entwicklungsländern die Bevölkerungsgruppe der Älteren rasch an. Im asiatisch-pazifischen Raum dürften Ältere in den Jahren 2020 bis 2040 die schnellsten Einkommenszuwächse verzeichnen: Erwartet wird ein Zuwachs von 97 Prozent. 

COVID-19 und die weltweite Alterung

Ältere Menschen sind aufgrund altersbedingter Gesundheitsrisiken die Gruppe mit der höchsten COVID-19-Anfälligkeit. COVID-19 und die daraus resultierende Rezession werden das Einkommen älterer Menschen und ihren allgemeinen Lebensstandard verringern. Das globale durchschnittliche Bruttoeinkommen der über 65-Jährigen wird 2020 voraussichtlich um 6 Prozent zurückgehen. Allerdings wird die Pandemie auch die stärkere Vernetzung der älteren Bevölkerung beschleunigen: Lockdown und Social Distancing sind Ansporn, digitale Lösungen wie Online-Shopping, Online-Übungskurse und Videokonferenzen mit Familienmitgliedern oder medizinischem Personal zu nutzen.

Japan: in der COVID-19-Pandemie dürften die Ausgaben japanischer Senioren-Haushalte im Jahr 2020 um 5 Prozent sinken. Längerfristig, wird ein Anstieg der Ausgaben aufgrund steigender Einkommen erwartet. Gleichzeitig steigt der Anteil älterer Verbraucher an der Gesamtbevölkerung voraussichtlich um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr. 2040, werden Wohnraum und Nahrungsmittel 41 Prozent ihrer Ausgaben ausmachen. Das spiegelt die hohen Lebenshaltungskosten in Japan wider, aber auch, dass ältere Verbraucher sich oft für Qualitätsprodukte entscheiden, die tendenziell teurer sind.

Deutschland: Mit einem Corona-bedingten Minus von 5 Prozent sinken die Ausgaben der deutschen-Senioren-Haushalte im Jahr 2020 weitaus weniger als diejenigen aller übrigen Altersgruppen. Wohnen und Nahrung machen bei deutschen Seniorenhaushalten nur ca. ein Drittel der Ausgaben aus. Güter und Dienstleistungen in Zusammenhang mit Reisen, Freizeit und Erholung gehören zu den Top-Ausgabenkategorien der Älteren. 

USA: Im Jahr 2020 werden die Ausgaben der Senioren-Haushalte real um 3 Prozent zurückgehen. Gespart wird bei den Ausgaben für den eigenen Hausstand. Hingegen dürften die Ausgaben für Hotels und Gastronomie im Jahr 2020 voraussichtlich steigen. Gesundheitsgüter und medizinische Dienstleistungen wachsen bis 2040 zur größten Ausgabenkategorie heran. Sie werden fast jeden dritten Ausgaben-Dollar der Älteren absorbieren -medizinische Dienstleistungen sind in den USA teuer.

China: Der Konsum der Senioren-Haushalte dürfte im Jahr 2020 trotz COVID-19 um 4 Prozent wachsen. Das entspricht der allgemeinen Stimmung des chinesischen Verbrauchermarktes.  Im Jahr 2040 werden Wohnen und Nahrungsmittel voraussichtlich 47 Prozent der Ausgaben ausmachen. Obwohl die Einkommen älterer chinesischer Verbraucher aufgrund des Wirtschaftswachstums steigen, dürften viele Ältere aufgrund niedriger Renten und des Mangels an sozialer Wohlfahrt wenig finanziellen Spielraum haben.

Russland: Aufgrund von COVID-19 dürften die Ausgaben russischer Seniorenhaushalte 2020 um 12 Prozent zurückgehen. Die starke negative Auswirkung der Pandemie auf ältere Russen liegt an ihren niedrigen Einkommen. Der wirtschaftliche Abschwung seit 2014 hat die russischen Rentner zusätzlich belastet. Im Zeitraum bis 2040 werden ältere Russen weiterhin niedrige Einkommen und eine schwache Kaufkraft haben und voraussichtlich 46 Prozent ihrer Ausgaben auf Wohnen und Nahrung ausgeben.

Bild: © Marisa Howenstine – Unsplash.com
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