Logistik und Rohstoffe: Keine Entspannung in Sicht

AUSSENWIRTSCHAFT
 
Bild: © Alexander Kliem - pixabay.com
 
Logistik und Rohstoffe: Keine Entspannung in Sicht
02.05.2022
Die Probleme bei Lieferungen aus Fernost halten weiter an. Baumwolle kostet inzwischen 1,55 US-Dollar pro Pfund. Auch Polyester wird in Europa noch teurer.

Corona-Lockdowns zerrütten weiter die Lieferketten

Chinas restriktive Corona-Maßnahmen vor allem in Shanghai hemmen die Exportproduktion und behindern die Containerlogistik. Umlenkungseffekte, weg vom Shanghaier Hafen, führen zu Bottlenecks andernorts, z. B. in Ningbo. Wenn der Frachtverkehr wieder voll aufgenommen werden kann, dürfte das zu spürbaren Engpässen auch bei den europäischen Häfen führen. Die internationalen Preise bleiben hoch, auch wenn die Seefrachtraten nach Europa durch den inflations- und konjunkturbedingten Nachfragerückgang sichtbar nachgegeben haben. Insbesondere bleiben überlange Laufzeiten ein Problem, da knappe Container-Kapazitäten auf Nordamerika-Routen abgezogen werden.

Synthetische Fasern vor allem in Europa teuer

Aufgrund der hohen Energie- und Rohölpreise steigen in Europa die Polyesterpreise weiter, während sie in Asien stagnieren oder sogar sinken. Die Polyesternachfrage in China steht und fällt mit den Corona-Maßnahmen und hängen maßgeblich davon ab, wie viele Hersteller Lagerbestände aufbauen, um Produktionseinschränkungen seitens der Vorlieferanten vorzubeugen. Bei Polyamid – PA6 und PA6.6 – ist der europäische Markt nur wenig in Bewegung. Die Anbieter können Preiserhöhungen nur begrenzt durchsetzen, insbesondere bei Filamenten. Einschränkungen gibt es aktuell bei industriell genutzten Nylonfilamenten durch Lieferstopps aus der Ukraine und Russland.

Grafik: © Market Insider

 

Baumwollpreis klettert auf 1,55 US-Dollar

Die Baumwollpreise erhalten durch die hohen internationalen Lebensmittelpreise weiter Auftrieb. Schlechte Wetterprognosen verbunden mit zunehmender Anbaukonkurrenz durch Food Crops haben den Preis inzwischen auf 1,55 US-Dollar pro Pfund steigen lassen. Damit rückt der Baumwollpreis wieder in die Nähe des Höhenflugs 2011, dem historischen Hoch. Aufgrund der hohen Preise versuchen sich einige Hersteller an Substitution mittels Viskose oder Polyester. Doch auch hier ziehen die Preise an. Zudem hat die Substituierbarkeit technische und qualitative Grenzen.

Grafik: © Market Insider

Die Frage ist, inwieweit die Verbraucher Preiserhöhungen akzeptieren. Ihre verfügbaren Einkommen werden durch steigende Lebenshaltungskosten (Energie, Wohnen, Lebensmittel) und durch inflationsbedingte Entwertung empfindlich geschmälert.

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