Ab 27. September wird die Empowering-Consumers-Richtlinie angewendet. Dann gelten in der EU strengere Regeln für Nachhaltigkeitssiegel. Private Labels dürfen grundsätzlich nur noch verwendet werden, wenn dahinter ein entsprechend unabhängiges Zertifizierungssystem steht. OEKO-TEX® reagiert darauf mit einer umfassenden Neuordnung seiner Governance – einschließlich der Umwandlung der bisherigen Schweizer GmbH in eine AG.
Mit der Reorganisation will OEKO-TEX® den neuen gesetzlichen Anforderungen nachkommen und verankert eine institutionelle Trennung von Normsetzung und Konformitätsbewertung, um die Unabhängigkeit des Zertifizierungssystems zu stärken. Neben der Umwandlung der bisherigen GmbH nach schweizerischem Recht in eine AG hat OEKO-TEX® weitere Maßnahmen ergriffen:
– Eine neue Unabhängigkeitscharta mit einem Unabhängigkeitsausschuss und ein anonymes Meldesystem,
– eine Akkreditierungsvereinbarung, die mit internationalen Standards (ISO/IEC 17065), ISO/IEC 17025-akkreditierten Prüfinstituten übereinstimmt, und
– eine neue Entscheidungsstruktur mit einem Verwaltungsrat als höchstem Leitungsorgan.
Für die zertifizierten Unternehmen sollen sich durch die Neuorganisation zunächst keine Änderungen ergeben: Prüf-, Audit- und Zertifizierungsprozesse laufen nach Angaben von OEKO-TEX® unverändert weiter. OEKO-TEX® geht davon aus, dass die betreffenden Labels die Anforderungen der EmpCo erfüllen und daher auch nach dem 27. September 2026 weiter verwendet werden können.
Für Siegelnehmer kommt es vor allem auf Rechtssicherheit an. Die EmpCo-Richtlinie sieht vor, dass die Einhaltung der Anforderungen durch einen vom Systeminhaber und vom zertifizierten Unternehmen unabhängigen Dritten überwacht wird; als Referenz nennt die Richtlinie unter anderem ISO/IEC 17065.
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