Biobaumwolle für Äthiopiens textile Zukunft Samson Asefa vom äthiopischen Landwirtschaftsministerium freut sich mit Mesele Mekuria über die hochwertige und reiche Baumwollernte in der Region Afar. Bild: GESAMTMASCHE

Biobaumwolle für Äthiopiens textile Zukunft

Die Ausweitung der Aktivitäten von Partner Africa Ethiopia auf die Region Afar markieren einen wichtigen Schritt beim Aufbau einer nachhaltigen und marktorientierten Baumwollwertschöpfungskette.

Nach ersten Erfolgen in der Pilotregion Arba Minch markiert die Ausweitung der Aktivitäten von Partner Africa Ethiopia auf die Region Afar einen wichtigen Schritt beim Aufbau einer nachhaltigen und marktorientierten Baumwollwertschöpfung in Äthiopien. Feldbesuche, strukturierte Dialogformate und internationale Branchenpräsenz zeigen: Das Projekt ist in der Umsetzung angekommen – und trifft auf hohe Motivation bei Farmern, Industrie und staatlichen Akteuren.

Erste Ernte, klare Perspektive: Bio-Baumwolle in Arba Minch und Afar

Den Auftakt bildete ein Fact Finding in der Afar-Region, die neben Arba Minch als zweite Projektregion für den Ausbau des Bio-Baumwollanbaus vorgesehen ist. Vor Ort wurde sichtbar, was das Projekt bereits erreicht hat: Die erste Ernte ist eingebracht, Produktionsprozesse greifen, das Vertrauen der Produzenten wächst. Viele der beteiligten Produzenten sind Halbnomaden; der strukturierte Baumwollanbau eröffnet ihnen neue, verlässliche Einkommensperspektiven.

„Die Farmer sehen, dass Bio-Baumwolle funktioniert – agronomisch wie wirtschaftlich. Entscheidend ist: Sie wollen weitermachen.“

Mesele Mekuria, Baumwollexperte und PAE-Projektmanager für die Pilotregionen Arba Minch und Afar.

Dialog entlang der Wertschöpfungskette

Ein zentraler Meilenstein war der nationale Baumwoll-Workshop in Addis Abeba, bei dem erstmals alle relevanten Akteure der Wertschöpfungskette zusammenkamen: Baumwollfarmer, Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie, die Textil- und Baumwollverbände ETGAMA und ECPEA sowie Vertreter der Ministerien für Landwirtschaft und für Industrie und Handel. Die breite Beteiligung unterstrich die strategische Bedeutung des Baumwollsektors für Äthiopiens industrielle Entwicklung. Silvia Jungbauer von stellte die Gesamtmasche-Sicht auf die strukturellen Marktungleichgewichte in Äthiopiens Baumwollsektor vor und empfahl die Einführung eines staatlich administrierten Mechanismus zur Marktstabilisierung. Das Ziel: Eine transparentere Preisbildung, bessere Planbarkeit für die Industrie und stabilere Einkommen für die Farmer. Die Vorschläge stießen auf großes Interesse und wurden konstruktiv diskutiert.

Internationale Sichtbarkeit auf der ASFW

Internationale Marktanbindung erhielt das Projekt auf der African Sourcing and Fashion Week (ASFW) in Addis Abeba. Im German Pavilion präsentierte sich Partner Africa Ethiopia mit einem eigenen Infostand. Eine exklusive Modenschau und zahlreiche Fachgespräche belegten das wachsende Interesse internationaler Einkäufer an nachhaltiger Beschaffung aus Äthiopien – und das zunehmende Selbstbewusstsein der lokalen Industrie.

Motivation, Unterstützung, Aufbruch

Der Fachaufenthalt zeigt deutlich: Partner Africa Ethiopia verbindet landwirtschaftliche Entwicklung mit industriepolitischem Anspruch. Motivierte Farmer, investitionsbereite Unternehmen und unterstützende Ministerien schaffen eine belastbare Grundlage, um Bio-Baumwolle „Made in Ethiopia“ langfristig im internationalen Markt zu positionieren.