Am Sächsischen Textilforschungsinstitut (STFI) wurde ein adaptives Tracking-und-Tracing-System für die flexibel kundenindividuelle Textilproduktion entwickelt. Die Neuheit wird am 11. Juni 2026 auf dem Mittelstand Innovationstag des BMWE in Berlin präsentiert.
In der Produktion technischer Textilien stellen kundenindividuelle Produkte in kleinen Losgrößen mit immer kürzer werdenden Lebenszyklen einen anhaltenden Trend dar. Wer solche Zukunftsprodukte mit entwickeln und produzieren möchte, muss nicht nur das Produktions-Know-how mitbringen, sondern auch eine abgesicherte, stabile und transparente Produktionskette vorweisen. Solchen Anforderungen in Bezug auf Tracking und Tracing stehen auch klein- und mittelständische Konfektionäre gegenüber.
Niederschwellig und flexibel anpassbar
Am STFI wurde untersucht, wie ein Tracking-und-Tracing-System am besten für wandelbare Prozesse bei flexibler, auftragsbezogener Mitarbeiter-Maschinenbesetzung sowohl für moderne Maschinen als auch Bestandsmaschinen ausgestaltet sein soll und wie dies adaptiert werden kann. Gestützt auf diesen Untersuchungen entwickelte die Forscher ein Tracking-und-Tracing-Assistenzsystem auf Basis von Technologien aus den Bereichen Industrial Internet-of-Things, Mobile Computing, Drahtloskommunikation und graphischer Low-Code-Programmierung. Hierbei wurde auf bestehenden etablierten Open Source Softwaretechnologien aufgebaut. Das Ziel des Forschungsvorhabens war es, die Konfektion von Textilien und textilen Halbzeugen durch ein flexibles, adaptives Tracking-and-Tracing-Assistenzsystem für das Auftragsmanagement zu unterstützen.
Ein von A bis Z durchdachtes System
Das Assistenzsystem ermöglicht die automatisierte Produktionsanmeldung mittels funkbasierter Personen- und optischer Maschinenregistrierung. Neben der strukturierten Anwenderführung bei der Einarbeitung in neue Prozessschritte lässt sich die Kommissionierung durch einen Scanhandschuh und Ortungstechnik präzise nachverfolgen. Die Materialdetektion am Konfektionsarbeitsplatz erfolgt zudem kamerabasiert, kombiniert mit einer sensorischen und Smartphone gestützten Prozessüberwachung. Darüber hinaus gewährleistet die zugrundeliegende modellbasierte Low-Code-Technik eine flexible Anpassbarkeit des Gesamtsystems.
Präsentation auf dem Innovationstag des BMWE in Berlin
Gemeinsam mit weiteren Entwicklungshighlights des STFI wurde das Forschungsprojekt „Adaptives Tracking-und-Tracing-System“ als erfolgsreiche Kooperation, die mit der Firma update texware GmbH, Kulmbach umgesetzt wurde, ausgewählt und wird am 11. Juni 2026 auf dem Innovationstag Mittelstand des BMWE in Berlin präsentiert.
Die grafische Benutzeroberfläche erleichtert den Einstieg in Bedienung und Programmierung. Foto: STFI