Mit KI der Echtheit von Kaschmir auf der Spur Bild©: cottonbro, pexels.com

Mit KI der Echtheit von Kaschmir auf der Spur

Das Aachener Startup HairSens hat eine Prüfmethode zur Analyse der Echtheit und Qualität von Haaren und Fasern entwickelt, die auf hochauflösender Elektronenmikroskopie und KI beruht.

Bis heute gibt es keine zuverlässigen Methoden zur Echtheitsprüfung von Luxus-Tierhaartextilien. Fälschungen und minderwertige Beimischungen sind an der Tagesordnung und führen zu Qualitätsverlusten und Vertrauensschäden. Die Gründer von HairSens Till Hülsmann und Mike Vogt wollen das ändern. Sie entwickelten ein KI-gestützte Mikroskopie-Systeme zur objektiven Identifikation und Qualitätsbewertung natürlicher Tierfasern – insbesondere von Kaschmir und anderen hochwertigen Wollarten. Ziel ist es, Fälschungen und fehlerhafte Deklarationen in der textilen Lieferkette zuverlässig zu erkennen.

Die Technologie kombiniert hochauflösende, automatisierte Bildaufnahme mit künstlicher Intelligenz zur reproduzierbaren Klassifikation von Faserarten auf Basis mikromorphologischer Merkmale. Im Vergleich zu manueller Mikroskopie oder DNA-Analysen bietet HairSense höhere Präzision, geringere Kosten und eine deutliche Zeitersparnis. Das System befindet sich derzeit in der industriellen BetaTestung mit Partnern aus der Textilindustrie.

Das Startup bietet eigene Qualitätsanalysen als Service an. Darüber hinaus werden Kooperationen mit internationalen Anlagebetreibern angestrebt, die auf der Grundlage von Software-Lizenzen Haaranalysen in ihrem regionalen Umfeld durchführen können. Neben Tierhaaranalysen werden in Zukunft auch Textil- und Menschenhaar-Analysen z.B. für die Kosmetikindustrie angeboten. Hierfür gibt es bereits erste Pilotkunden.

Seit Mai 2026 erhält das Startup zudem die EXIST-Förderung für herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben.

www.hairsense.de