Forschung ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Textilindustrie. Ob Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, neue Werkstoffe oder energieeffiziente Produktionsverfahren – Innovationen sind notwendig, um neue Märkte zu erschließen und den Industriestandort Deutschland zu stärken. Doch geplante Kürzungen bei der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) sowie dem Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefährden diese Entwicklung.
Das Forschungskuratorium Textil (FKT) fordert deshalb, die IGF-Fördermittel 2027 mindestens auf dem Niveau von 2026 zu sichern und perspektivisch auf 300 Millionen Euro jährlich zu erhöhen. Für 2026 stehen 178,5 Millionen Euro zur Verfügung, während die aktuellen Planungen für 2027 rund 165 Millionen Euro vorsehen.
Besonders der Mittelstand ist auf gemeinschaftliche Forschung angewiesen.
Viele kleine und mittlere Unternehmen können eigene Forschungsprojekte nur begrenzt finanzieren. Die IGF ermöglicht ihnen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, neue Materialien, Technologien und Verfahren zu entwickeln. Die Ergebnisse stehen branchenweit zur Verfügung und können von Unternehmen bis zur Marktreife weiterentwickelt werden.
Die Bedeutung für die Textilbranche ist erheblich: 2.045 kleine und mittlere Textilunternehmen engagieren sich gemeinsam mit 15 Textilforschungsinstituten in der IGF. Allein 2025 flossen rund 15 Millionen Euro Fördermittel in die Textilforschung.
Eine Kürzung würde neue Forschungsprojekte erheblich einschränken – ausgerechnet in Zukunftsfeldern wie Recycling, Digitalisierung, Automatisierung und technischen Textilien. Damit drohen wichtige Innovationsimpulse für die Branche verloren zu gehen.
Auch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) muss verlässlich finanziert und der bestehende Antragsstopp schnellstmöglich aufgehoben werden. Gemeinsam bilden IGF und ZIM eine wichtige Brücke von der vorwettbewerblichen Forschung zur betrieblichen Umsetzung.
Die Forderung des FKT ist daher klar: Wer die Innovationskraft und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Textilindustrie sichern will, muss Forschung langfristig stärken. Verlässliche Förderprogramme sind keine verzichtbare Ausgabe, sondern eine Investition in die technologische Zukunft des Mittelstands.
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