Textil- und Modebranche warnt vor Gas-Embargo

RECHT & WIRTSCHAFT
 
Bild: © Cody Fitzgerald - unsplash.com
 
Textil- und Modebranche warnt vor Gas-Embargo
15.03.2022
Die Textil- und Modebranche lehnt ein Embargo russischer Gaslieferungen ab, solange es keine greifbare Alternative gibt. Lieferketten für lebenswichtige Textilien im Bereich Schutz und Medizin sind in Gefahr.
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Keine Medizinprodukte mehr, keine Schutzkleidung für Bundeswehr und Polizei, keine Zelte, Betten, Decken, keine Windradflügel mehr: Die Lieferketten dürfen nicht unterbrochen werden, mahnt der Gesamtverband textil+mode. Die deutsche Textil- und Modeindustrie unterstütze den Kurs der Bundesregierung, sich Schritt für Schritt von russischen Energielieferungen unabhängig zu machen. Einem sofortigen Embargo von Gaslieferungen erteile die Branche allerdings eine Absage, solange es keine Alternativen gibt.

In einer gemeinsamen Erklärung richten sich die Präsidentin und Vize-Präsidenten des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie an Bundeskanzler Scholz und Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck: „Neben dem massiven wirtschaftlichen Schaden, den schwerwiegenden sozialen Verwerfungen und dem Verlust Hunderttausender Arbeitsplätze hätte ein Gas-Embargo dramatische Folgen für unsere Lieferketten und unsere Versorgungsfähigkeit. Allein die Beispiele aus unserer Branche zeigen, dass wir nicht auf funktionierende Lieferketten verzichten können, wenn es um Sicherheit, medizinische Versorgung und auch den Ausbau erneuerbarer Energien geht.“

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie: „Wenn wir über unsere Gasversorgung sprechen, geht es auch um die Versorgung der Menschen in Europa mit medizinischen Textilien, mit Schutzkleidung für Bundeswehr und Polizei oder den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Keine schwere Wunde kann ohne Verbandsmaterial versorgt werden, kein Soldat sollte ohne schusssichere Weste in eine lebensgefährliche Situation geraten, keine Hilfsorganisation sollte ohne Zelte, Decken, Betten, Kleidung und Schuhe in Krisengebiete unterwegs sein, kein Windradflügel dreht sich ohne Textil. Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass es dramatische Folgen für unsere Versorgungssicherheit hat, wenn wir unsere Produktionsstätten in Deutschland und Europa schließen müssten.“

Christian Heinrich Sandler, Vizepräsident vom Gesamtverband textil+mode und Präsident des Verbands der Bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie, erinnerte an die Lehre aus der ersten Phase der Covid19-Pandemie: „Unsere Lehre aus Corona ist, dass wir uns bei Schutzmaterial oder Schutzbekleidung für das medizinische Personal nicht vollständig von anderen abhängig machen dürfen. Wir brauchen in diesen Bereichen eigene Herstellung und funktionierende Lieferketten, wenn es um die Versorgung der Menschen mit lebensnotwendigen textilen Materialien geht.“

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