No back to normal  

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No back to normal  
29.03.2021
Lockdowns und Verbraucherisolation während der COVID-19-Pandemie verändern das Einkaufsverhalten anhaltend. Gleichzeitig wächst der E-Commerce rasant. Eine Rückkehr zum „Normalen“ ist unwahrscheinlich.
Dieser Artikel ist in der masche 01-2021, S. 22 erschienen. Hier geht es zum Heft.

Die Corona-Pandemie wirkt sich gravierend auf Konsummuster aus. Klamme Verbraucher suchen nach Qualität zum kleinen Preis und Schnäppchen. Sie wenden sich Rabattangeboten, aber auch dem Thema Second Hand zu. Selbst in Märkten wie China, die traditionell zurückhaltend gegenüber Produkten aus zweiter Hand sind, gewinnt das #DitchYourStuff Movement in den sozialen Medien vor allem bei jungen Leuten spürbar an Boden.

Ende des Konsumismus?

Die Pandemie hat den Lebensstil vieler Menschen verändert: Sie verbringen mehr Zeit zu Hause und bevorzugen Loungewear und informelle Kleidung. Mehr Zeit in den vier Wänden bedeutet weniger Modekäufe. Zum Teil verschiebt sich der Fokus dadurch auf „Slow Fashion“ und nachhaltigeren Konsum, Qualität statt Quantität. Auch wenn für viele Verbraucher durch wirtschaftliche Ängste die Sparsamkeit mehr denn je im Vordergrund steht, ist das Umdenken nicht zu übersehen.

Verbraucherverhalten: Euromonitor-Umfrage 2020

54 % denken, mit ihrer Kaufentscheidung Änderungen zu bewirken.

52 % kaufen nur von Firmen und Marken, denen sie vertrauen.

44 % lassen Dinge eher reparieren, als sie zu ersetzen.

32 % kaufen „nachhaltig“ erzeugte Produkte.

25 % kaufen Second Hand bzw. Waren, die schon einmal jemandem gehört haben.

Verschiebungen in den Absatzkanälen und neue Konsummuster

Die verfügbaren Einkommen großer Kundengruppen wachsen langsamer oder schrumpfen. Neue Werte bestimmen die Kriterien für Konsumausgaben. Niedrigere verfügbare Einkommen und wirtschaftliche Unsicherheiten werden die Wertverschiebung beschleunigen, weg von der Anhäufung materieller Dinge, die bislang als „Erfolgssymbole“ angesehen wurden. Das trifft auch auf wohlhabende Käuferschichten zu.

Diversifizierung als Schlüsselgröße

Um in einer Post-Pandemie-Welt wettbewerbsfähig zu bleiben, rät Euromonitor Modeanbietern zu Diversifizierung, Vordringen in neue Produktkategorien sowie Effizienzsteigerungen durch den Einsatz neuer Technologien.

Personalisierter Service und experimenteller Einzelhandel

Das Wachstum des E-Commerce wird weitergehen: Konsumenten haben sich an komfortable Online-Bestellungen gewöhnt. Neben dem Einkaufen verlagern sich auch zunehmend Arbeiten, Lernen, Essen und Social Events weiter nach Hause. Stationäre Einzelhändler müssen daher neue Bindungen zu ihren Kunden schaffen, die unterhalten, belohnt und geschätzt werden wollen.

Post-COVID-Appetit auf Mode?

Im weltweiten Durchschnitt wird für die Modebranche 2021 eine deutliche Nachfrageerholung erwartet. Die Verluste 2020 aufzuholen, wird aber auch bei günstiger Entwicklung noch Jahre dauern.

Hochwertige Mode ist deutlich stärker betroffen als das preisgünstige Segment. Für Premiummode schätzt Euromonitor den internationalen Umsatzrückgang 2020 auf 22 Prozent – gegenüber 16 Prozent bei günstigeren Artikeln von Modeketten. Allerdings erwarten die Analysten für das gehobene Segment auch einen stärkeren Erholungseffekt, sobald die Läden wieder öffnen und auch bei Veranstaltungen und Reisen wieder mehr Normalität einkehrt. Doch auch der hochwertige Bereich ist nicht immun gegen wirtschaftliche Rezession. Auch einkommensstarke Verbraucher entscheiden sich in Krisenzeiten dazu, Ausgaben zu verschieben.

   

Gesamtmasche-Grafiken; Datenquelle: © Euromonitor International

Bild: © Gerd Altmann – pixabay.com

 

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