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Schnitt 4.0
25.07.2017
Digitalisierung und Produktentwicklung, 3D und Design: Wie alles zusammenpasst.

Die Vernetzung unterschiedlicher Software zur Verkürzung von Arbeitsschritten ist in einigen Firmen längst Standard mit inzwischen ausgereiften Systemen. Arbeitsschritte, die bisher von mehreren Personen bearbeitet wurden, können mit Hilfe von Softwarelösungen simuliert und virtualisiert werden. Das bedeutet Zeitersparnis während der Kollektionserstellung. Entscheidend ist, ob die Software bei den Unternehmen gekonnt eingesetzt wird.

Auch im Produktentwicklungsprozess ist das spätestens seit der letzten TEXPROCESS Messe in Frankfurt sichtbar geworden. Die verschiedenen Anbieter von Schnittentwicklungsprogrammen haben gezeigt, was derzeit möglich ist.

Fast jeder CAD Hersteller bietet zu seiner Schnittentwicklungssoftware eine passend programmierte 3D-Visualierungssoftware an, die über eine geeignete Schnittstelle zur Vernetzung der Programme verfügt. Der heutigen Zeit entsprechend, kann gemietet oder gekauft werden.

Für große Unternehmen dürfte der Anschaffungs- oder Mietpreis kein allzu großes Problem darstellen, für KMU, Freelancer oder Start-ups erscheint der finanzielle Aufwand noch zu groß.
Günstigere 3D-Lösungen bieten zwar die 3D-Visualisierung der Schnittteile als Modell, nicht aber die passende Schnittstelle, um die veränderten Schnittdaten zurück auf das Schnittprogramm übertragen zu können. Hier könnte in den kommenden Jahren noch ein wenig nachgebessert werden, damit auch diese Technik für kleinere Unternehmen erschwinglich wird und die Entwicklungsprozesse vereinfacht werden können.

Und wie funktioniert’s?

Die Schnittteile werden in einer gängigen Schnittsoftware in einer beliebigen Größe in 2D erzeugt und in einem bestimmten Datenformat gespeichert. Im 3D-Visualisierungsprogramm wird das Modell in der gewünschten Größe auf einem Avatar visualisiert, dessen Figur auch personalisiert werden kann. Die Schnittteile werden auf dem Avatar „zusammengenäht“, Material und Zutaten dazu gewählt – fertig ist das Design und das Modell für die virtuelle Anprobe. Sogar die Materialeigenschaften lassen sich auf dem Avatar simulieren. Schnitttechnik und Design verschmelzen in der 3D-Visualisierung.

Auch die Schnittabänderung kann nun direkt auf dem Avatar vorgenommen werden. Dieser Arbeitsschritt soll einem realen Fitting-Prozess entsprechen. Die Änderungen, die am Modell durchgeführt werden, können so durch die Verknüpfung der unterschiedlichen Programme problemlos auf die Schnitteile im Schnittprogramm übertragen werden.

Das Beste zum Schluss

Der Avatar mit dem visualisierten Modell kann sogar als drehende Figurine in den eigenen Webshop eingestellt werden und so das Fotoshooting ersetzen.

Eins ist sicher: 3D ist nicht mehr wegzudenken, ein genähtes Muster aufgrund der Haptik und der Stofflichkeit aber auch nicht.

Bild: 2857989 / PIXABAY.COM

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