Im Editorial der aktuellen Ausgabe des Magazins masche warnt GESAMTMASCHE-Präsidentin vor der Fortsetzung der ruinösen Regulierungspolitik. Um das Aus der Industrienation Deutschland zu verhindern, fordert sie einen sofortigen Kurswechsel.
Der Weltmarkt wächst. Die Nachfrage nach Textilien und Bekleidung steigt, Innovationen sind gefragt, neue Märkte entstehen. Global wird investiert, entwickelt, produziert. Und Deutschland? Fällt zurück.
„Zu teuer, zu kompliziert, zu langsam: Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb stärken statt weiter zu schwächen.“
Martina Bandte, Präsidentin GESAMTMASCHE
Die wirtschaftliche Lage ist schlecht –die Aussichten sind es ebenfalls. Die Geschäftsklimaumfrage von Gesamtmasche zum zweiten Quartal zeigt eine alarmierende Konstellation: Die Erwartungen sind nicht besser als die extrem schwache Lagebeurteilung. Der sonst verlässliche unternehmerische Zweckoptimismus ist gebrochen. Gleichzeitig erreichen die Firmeninsolvenzen neue Höchststände. Und dennoch wird die Lage relativiert.
„Krieg, Energiepreise, geopolitische Spannungen – all das spielt eine Rolle. Aber es erklärt nicht, warum andere Volkswirtschaften wachsen, während Deutschland stagniert. Die unbequeme Wahrheit ist: Ein erheblicher Teil der Probleme ist politisch verursacht.“
Die Folgen: sinkende Industrieproduktion, ausbleibende Investitionen, schleichender Verlust an Wertschöpfung. Gleichzeitig steigen Kosten und bürokratische Lasten weiter. Was als politische Gestaltung gedacht ist, wirkt in der Realität wie ein systematisches Ausbremsen der Unternehmen.
Auf der Hannover Messe wurde das deutlich ausgesprochen: Die Belastungsgrenze ist erreicht. Investitionen wandern ab, Verlagerungen laufen bereits. Deutschland ist zu teuer und zu unflexibel geworden – und das lässt sich nicht mehr mit Einsatz und Innovationskraft kompensieren.
Immer neue Vorgaben entlang der Wertschöpfungskette – vom Ökodesign über erweiterte Herstellerverantwortung bis zum Vernichtungsverbot – treffen auf eine Branche, in der technologische Innovationen möglich wären – die aber unter den aktuellen Bedingungen immer seltener realisiert werden. Neue Freihandelsabkommen werden eilig vorangetrieben. Doch sie bleiben wirkungslos, wenn Unternehmen sie nicht nutzen können, weil widrige Standortbedingungen sie aus dem Wettbewerb drängen.
„Das Ergebnis ist ein strukturelles Dilemma: Wenn Investitionen aus Unsicherheit länger ausbleiben, wird nicht nur Wachstum gebremst – es geht Substanz verloren. Innovation entsteht nicht im Stillstand. Und aus Stillstand wird Rückstand.“
Nachjustieren im Detail reicht nicht mehr. Erforderlich ist ein konsequenter Kurswechsel bei Energie, Steuern, Sozialabgaben und Bürokratie. Weniger Belastung, mehr Verlässlichkeit, mehr Freiraum für unternehmerisches Handeln – das ist keine Wunschliste, sondern Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Bleibt der Kurswechsel aus, verfestigt sich eine strukturelle Krise – mit Folgen für Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationskraft, die sich kaum noch korrigieren lassen.
„Die Märkte sind da. Die Branche ist bereit. Was fehlt, ist der politische Wille, den Standort wieder wettbewerbsfähig zu machen.“
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