t+m Konjunkturbericht: Lage weiter schwierig

t+m Konjunkturbericht: Lage weiter schwierig
27.08.2020
Obwohl Frühindikatoren wie der ifo-Index Hoffnung auf eine baldige Konjunkturerholung geben, bleibt die konjunkturelle Lage der Textil- und Bekleidungsbranche insgesamt noch sehr schwierig....

Die Umsätze und andere Konjunkturzahlen gehen auch im Juni weiter zurück. Auch der Export wirkt derzeit noch nicht konjunkturverstärkend. Bekleidung ist nach wie vor stärker betroffen als Textil. Allerdings steigen die Erwartungen der Unternehmen weiter und einige Frühindikatoren, wie z. B. die Auftragseingänge, geben einen, wenn auch sehr kleinen, Anlass zur Hoffnung.

Der vollständige Konjunturbericht kann wie jeden Monat in den Downloads abgerufen werden. Den Bericht August 2020 finden Sie hier.

Auch im Juni sanken die Umsätze. Während bei Textil die Rückgänge zumindest im einstelligen Bereich liegen (-5,4 % ggü. Juni 2019), ist bei Bekleidung der Verlust mit -17,4 % noch immer zweistellig. Im ersten halben Jahr verliert Textil damit -10,8 % an Umsatz und Bekleidung -20,4 %. Bei der Branche insgesamt sind es -14,3 %. Von der Rückkehr zur Normalität kann also leider noch keine Rede sein.

Die Beschäftigung geht ebenfalls zurück. Zum Ende des Halbjahres beschäftigt Textil -3,9 % weniger Menschen, Bekleidung -7,2 % weniger. Als nachlaufender Indikator verstärkt sich der Beschäftigungsrückgang derzeit. Dabei ist zu beachten, dass der tatsächliche Abbau von Kapazitäten berücksichtigt wird, Kurzarbeiter und ruhende Arbeitsverhältnisse sind hiervon nicht betroffen.

Die inländische Produktion ist in beiden Segmenten im ersten halben Jahr deutlich gesunken, auch wenn im Monat Juni bei Bekleidung mit +18,5 % ein ungewöhnlich hoher Wert ausgewiesen wird. Im ersten Halbjahr beträgt der Produktionsrückgang bei Textil -11,9 %, bei Bekleidung -16,9 %.

Ähnliches gilt für die Auftragseingänge: sehr deutliche Rückgänge per Juni (Textil -12,1 %, Bekleidung -14,8 %). Allerdings ist bei den Auftragseingängen im aktuellen Monat Juni eine Verbesserung auszumachen. Die Erzeugerpreise steigen unverändert leicht an. Diese Tendenz bleibt trotz der Corona-Krise bestehen, die Raten bleiben nahezu unverändert.

Der Umsatz im Bekleidungseinzelhandel ist aufgrund der im März erlassenen Maßnahmen besonders stark zurückgegangen. Zwar sinkt das Monatsminus weiter und beträgt im Juni „nur noch“ -17,8 % gegenüber Juni 2019, aber insgesamt ist bisher nahezu ein Drittel des Umsatzes im Bekleidungseinzelhandel entfallen, was in den verbleibenden Monaten nicht aufzuholen ist. Der gesamte Einzelhandel hat mit +3,3 % bisher sogar zugelegt.

Auch beim Außenhandel bleibt es im Juni beim Befund der Vormonate: Die Exporte gehen massiv zurück (Textil -9,7 % per Juni, Bekleidung -11,1 %). Die Textilimporte hingegen steigen extrem an (+65,7 % per Juni), was jedoch weiterhin ausschließlich auf konfektionierte Ware im Zusammenhang mit Mund-Nasen-Masken zurückzuführen ist. Die Bekleidungsimporte gehen im ersten Halbjahr mit -12,8 % ebenfalls zurück. Der Einfuhrüberschuss steigt und liegt per Juni damit jetzt bei +58,8 %.

Die Rohstoffeinfuhren sinken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -23,8 %.

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