Geschäftsklima: Skepsis trotz guter Auftragslage

RECHT & WIRTSCHAFT
 
Bild: © Gerd Altmann - pixabay.com
 
Geschäftsklima: Skepsis trotz guter Auftragslage
19.01.2022
Geschäftsklimaindex Masche zum 1. Quartal 2022: Die Hersteller der deutschen Maschenindustrie kämpfen mit Überregulierung und anhaltend hohen Beschaffungspreisen.

Zum Jahresauftakt sorgt eine gute Auftragslage bei den deutschen Maschenherstellern für stabile Geschäfte. Doch die Ruhe trügt: „Optimistisch ist die Branche nicht“, betont Martina Bandte, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Maschenindustrie. „Die Lage im stationären Modeeinzelhandel ist katastrophal, und praktisch alle Hersteller haben mit einem immensen Kostenschub zu kämpfen.“ Die Folgen der Corona-Krise, überschießende Beschaffungspreise, Rohstoffknappheit und Chaos bei der Fracht belasten die Branche enorm. „Doch statt uns in dieser angespannten Lage zu entlasten, bürdet uns die Politik ständig weitere Regulierungen auf“, kritisiert die Familienunternehmerin.

Martina Bandte, Präsidentin Gesamtmasche. Bild: © Gesamtmasche

Angesichts der positiven Umsatzentwicklung im Inland und steigender Auftragseingänge bewegt sich der Geschäftsklimaindex der Maschenindustrie zum 1. Quartal 2022 mit 17,96 im deutlich positiven Bereich (Indexwert zum 4. Quartal 2021: 14,54). Allerdings klagen viele Hersteller über rückläufige Erträge. Über ein Viertel beklagt, dass die zu erzielenden Preise nicht mehr auskömmlich sind. Verbandspräsidentin Martina Bandte: „Im Handel und bei großen industriellen Abnehmern lassen sich die Kostensteigerungen nur schwer weitergeben. Die Endverbraucher sind bei Textilwaren eher noch sparsamer geworden als vor der Corona-Pandemie.“

Die Ertragslage unserer Branche ist schwach. Durch fortschreitende und sinnlose Regulierung entzieht uns der Staat in schwerer Zeit die Existenzgrundlage, anstatt uns zu unterstützen.

Auch die Verschiebungen der internationalen Kräfteverhältnisse machen der Branche Sorgen. Die abnehmende Bedeutung Europas im globalen Wirtschaftskontext erschwert und verteuert vor allem für kleine und mittlere Unternehmen die Beschaffung. „Statt Unternehmen mit geeigneten Strategien zu unterstützen, stellt die Politik vor allem den Mittelstand im Wettbewerb künstlich schlechter. Paradebeispiele sind das neue Lieferkettengesetz und eine ideologisierte Energiepolitik. Teuer, wirkungslos, wohlstandsmindernd – das ist das Etikett, das man getrost auf verschiedene aktuelle Politiken kleben kann.“

Zur Pressemitteilung Geschäftsklima 2Q2022.

Bild: © Gerd Altmann – pixabay.com

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