Grundstein für digitale textile Lernfabrik

FORSCHUNG, TECHNIK & UMWELT
 
 
 
Grundstein für digitale textile Lernfabrik
Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen legte mit neuester Technologie den Grundstein für eine digital vernetzte, textile Lernfabrik

Pünktlich zum Sommersemesterstart 2019 ist das Herzstück der neuen digitalen Lernfabrik im Albstädter Haux-Gebäude, der Heimat des Studiengangs Textil- und Bekleidungstechnologie, in Betrieb genommen worden: ein Hochleistungscutter des Schweizer Herstellers Zünd Systemtechnik AG, der vollautomatisch zuschneidet.

Bereits seit 2014 setzt man in den textilen Studiengängen konsequent auf Digitalisierung und größtmögliche Vernetzung. Von der Lernfabrik, die rund um den neuen Cutter entstehen soll und die als Leuchtturmprojekt für die Region konzipiert ist, sollen vielfältige positive Effekte ausgehen: Die Studierenden werden in digitalen Prozesskettenszenarien ausgebildet und sollen damit den steigenden Fachkräftebedarf der Industrie in diesem Bereich bedienen. Mit der neu geschaffenen Laborinfrastruktur möchte man außerdem Unternehmen und Sponsoren, die wahlweise für Workshops, Weiterbildungen oder Entwicklungsaufträge auf den Cutter zugreifen können, auf sich aufmerksam machen. Auch für die Akquise von neuen Forschungsprojekten sieht sich die Hochschule dank der exzellenten technischen Ausstattung bestens gerüstet.

„Das ist wie an Weihnachten“, sagt Matthias Kimmerle, Professor für industrielle und alternative Fertigungstechnik. Die neue Technologie wurde kostenlos vom Albstädter Unternehmen Rebstock Consulting GmbH & Co. KG zur Verfügung gestellt. Der Hochleistungscutter ist prädestiniert für neue digitale Fertigungsmöglichkeiten im Bereich von Bekleidung, aber auch für technische Textilien, die so bisher in Albstadt weder in der Lehre noch in der Forschung verankert waren.  „Wir befinden uns mitten in einer digitalen Transformation in der Fertigung“, sagt Kimmerle. „Herstellungsprozesse werden deutlich smarter und schneller, das war vor zehn Jahren so noch nicht möglich.“ Zwei Kamerasysteme erkennen beispielsweise digital gedruckte Schnittbilder automatisch. Das ermöglicht eine deutliche Effizienzsteigerung in der Produktion bis Losgröße 1.  Daraus ergeben sich auch komplett neue, innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle.

Marc Witzemann, Geschäftsführer von Rebstock Consulting, sieht in dieser Unterstützung gleich zwei wichtige Ansätze. Zum einen werden junge Studierende in ihrer Ausbildung mit modernster Technologie unterstützt. Zum anderen soll eine solche Lernfabrik auch Unternehmen aus der Region von Nutzen sein.

Diese Kooperation zwischen Industrie und Hochschule zeigt, in welchem Maße im Textilbereich innovative Impulse von der Region Albstadt ausgehen. Um sich in Deutschland technologisch digital weiterzuentwickeln und international konkurrenzfähig zu bleiben, sind vertrauensvolle, intensive und unkomplizierte Industriekooperationen wie diese unverzichtbar, sagt Matthias Kimmerle. 

„Das ist aber nur der Beginn einer innovativen nachhaltigen Herstellung von textilen Produkten“, sagt der neuberufene Professor Dr. Christian Kaiser. Die digitale Prozesskette beinhalte viel mehr, etwa die komplette Vernetzung von unterschiedlichen Maschinen und neuen innovativen Produktentwicklungswerkzeugen.  Virtuelle Produktentwicklung (VR/AR) und Simulationen beschleunigten den Prozess mit geringsten Kosten und Umwelteinflüssen. 

Wer mehr Informationen über die neue digital vernetzte textile Lernfabrik in Albstadt bekommen und sich solche spannenden Prozesse einmal live anschauen möchte, kann sich den Tag der offenen Tür am Freitag, 24. Mai, vormerken.  Die Albstädter Textil-Labore im Gebäude Haux, Poststraße 6, sind geöffnet. Besucher sind herzlich willkommen.

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