Textilien: Hightech vom Material bis zur Maschine

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Textilien: Hightech vom Material bis zur Maschine
Textilien begleiten unseren Alltag. Welche Funktionen technische Textilien haben und wie sie verarbeitet werden, zeigen vom 14.-17. Mai 2019 die Leitmessen Techtextil und Texprocess.

Transportkapseln für den Hyperloop, textile Rauminstallationen, intelligente Mode und 3D-Avatare, die Kleidung anprobieren: Vom 14. bis 17. Mai zeigen die Techtextil und die Texprocess in Frankfurt am Main, in welchen Alltagsbereichen technische Textilien stecken und wie Textilien verarbeitet werden. Die internationalen Leitmessen für technische Textilien und Vliesstoffe sowie die Verarbeitung textiler und flexibler Materialien versammeln insgesamt 1.818 Aussteller aus 59 Ländern, davon 1.501 aus 57 Ländern auf der Techtextil und 317 aus 34 Ländern auf der Texprocess. Beide Fachmessen eröffnen damit morgen ihre bislang größten Ausgaben.

„Europaweit sind technische Textilien einer der stärksten Sektoren der Textil- und Bekleidungsindustrie und damit entscheidender Treiber für die Wirtschaftskraft der Branche. Parallel dazu steht die Texprocess mit ihren hochinnovativen Ausstellern für Hightech in der Textilverarbeitung, wie man sie sonst nirgends so geballt sieht. Hier sprechen wir inzwischen von Impact 4.0, also spür- und sichtbaren Entwicklungen, die aus der Industrie 4.0 hervorgehen“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. „Die Techtextil und die Texprocess machen Frankfurt in den kommenden Tagen zum Epizentrum textiler Innovation.“

Vom Hyperloop bis zur Outdoormode
Ob in der Architektur, Automobilindustrie, Medizin, Modebranche oder im Personenschutz: Die Techtextil ist Spiegel für die Anwendungsvielfalt textiler Materialien. Im Sonderareal „Urban Living – City of the Future“ der Techtextil und Texprocess sehen Fachbesucher unter anderem eine Kapsel aus Karbonfasern der Technischen Universität Delft für den Hyperloop, 3D-Textilien zur Verbesserung der Raumakkustik in Innenräumen, experimentelle Mode aus nachhaltigen Materialien und Motorräder aus recycelten Militäruniformen. Die Aussteller der Techtextil zeigen unter anderem Sensortextilien, mit denen sich im Auto bald Spiegel, Fenster und Beleuchtung steuern lassen, textilbewehrte Betonfassaden, LED-Textilien für die Inneneinrichtung oder Funktionsstoffe aus recycelten Fasern und Daunenersatz für Outdoormode.

     

Avatare, Roboter und 3D-gestrickte Schuhe
Auf der benachbarten Texprocess dreht sich an vier Messetagen alles rund um die aktuellsten Verarbeitungstechnologien für Produzenten von Bekleidung und Mode, Polstermöbeln oder Zubehör für die Autoindustrie. Hier probieren 3D-Avatare virtuell Kleidung an, transportieren Roboter Materialzuschnitte von einer Maschine zur nächsten und färben Stickmaschinen Garne während des Stickens. In insgesamt fünf Microfactories werden innerhalb kurzer Zeit serienmäßig individuelle Kleidungsstücke entworfen, zugeschnitten, genäht und digital bedruckt und entstehen Schuhoberteile per 3D-Strick. Auch das Leder für Autositze führender Automarken wird hier verarbeitet.

    

Deutschland ist Weltmarktführer bei technischen Textilien
Schätzungen zufolge stehen technische Textilien für rund 30 Prozent der weltweiten Textilproduktion. Das weltweite Marktwachstum wird auf mehr als 4 Prozent jährlich auf bis zu 198 Milliarden US-Dollar bis 2022 geschätzt.1 In Europa machen technische Textilien etwa 17 Prozent der Textilproduktion aus und sind damit eine der wichtigsten Säulen der europäischen Textilindustrie.2 Deutschland ist Weltmarktführer Im Bereich technischer Textilien. Technische Textilien machen 60 Prozent des Branchenumsatzes der Textil- und Bekleidungsindustrie in Deutschlands aus. Die Techtextil und Texprocess 2017 begrüßten insgesamt 1.789 Aussteller aus 66 Ländern und über 47.500 Besucher aus insgesamt 114 Ländern auf dem Frankfurter Messegelände.

Gestiegene Internationalität und neue Länder: Mit 421 Ausstellern aus Deutschland und 1.080 Ausstellern aus dem Ausland liegt die Internationalitätsrate der Techtextil 2019 bei 72 Prozent. Nach Deutschland sind Italien (134), China (113), Frankreich (103), die Schweiz (63) und Großbritannien (62) die größten fünf Ausstellernationen. Neu dabei oder nach Abwesenheit zurück sind Brasilien, Sri Lanka, Nepal, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und Tunesien. Zudem sind 14 Länder mit nationalen Pavillons vertreten. Ausstellerzuwachs kam vor allem aus der Türkei, Tschechien, China, den USA und Taiwan. Mit 212 Ausstellern aus dem Ausland und 105 Ausstellern aus Deutschland beträgt der Internationalitätsgrad der Texprocess 67 Prozent. Nach Deutschland sind Italien, China, Taiwan, Japan und Türkei die größten fünf Ausstellernationen. Neu dabei oder nach Abwesenheit zurück sind Finnland, Dänemark, die Ukraine, die Dominikanische Republik und Singapur. Zudem sind China, Japan und Taiwan mit nationalen Pavillons vertreten.
Fotos: © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Jean-Luc Valentin
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