Niedrigwasser am Rhein: Risiken für Lieferketten Bild: © Hendrik – pixabay.com

Niedrigwasser am Rhein: Risiken für Lieferketten

Die anhaltende Trockenheit führt derzeit zu außergewöhnlich niedrigen Wasserständen am Rhein und zunehmend zu Einschränkungen im Güterverkehr.

Besonders kritisch ist die Niedrigwasser-Situation am Mittelrhein: Am wichtigen Pegel Kaub wurden im August Werte unterhalb des bisherigen Niedrigwasserrekords von 2018 gemessen. Frachtschiffe können deshalb teilweise nur noch mit einem Bruchteil ihrer üblichen Ladung verkehren.

Folgen reichen über die Binnenschifffahrt hinaus

Geringere Ladekapazitäten erhöhen die Transportkosten und führen zu einer Verlagerung von Gütern auf Straße und Schiene. Damit steigt auch dort der Kapazitätsdruck. Logistikunternehmen erheben teilweise bereits Niedrigwasserzuschläge. Untersuchungen des Kiel Instituts zeigen zudem, dass ausgeprägte Niedrigwasserperioden erhebliche gesamtwirtschaftliche Auswirkungen haben können.

Auch Textil und Bekleidung können betroffen sein

Die Textil- und Bekleidungsbranche ist in hohem Maße von Im- und Export abhängig. Eine funktionierende Logistik ist somit ein wichtiger Faktor. Ein bedeutender Teil der Containerverkehre von und nach Deutschland läuft über die großen Seehäfen Rotterdam und Antwerpen-Brügge, die über Rhein, Schiene und Straße mit deutschen Logistikstandorten verbunden sind.

Konkrete Versorgungsengpässe bei Textilien oder Bekleidung sind derzeit nicht erkennbar. Relevant sind jedoch mögliche längere Laufzeiten, zusätzliche Transportkosten und eingeschränkte Kapazitäten im Hinterlandverkehr. Dies kann insbesondere bei zeitkritischen Lieferungen und saisonaler Ware zum Problem werden. Unternehmen sollten derzeit insbesondere Transporte über die Benelux-Häfen prüfen, ausreichende Zeitpuffer einplanen und im Zweifel mit ihren Logistikdienstleistern frühzeitig alternative Bahn- und Lkw-Kapazitäten abstimmen.