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Stagnierende Umsätze und zukunftsträchtige Innovationen
10.03.2017
Die Umsätze der deutschen Textil- und Modeindustrie stagnierten 2016. Jetzt setzt die Branche auf die erfolgsträchtigen Smart Textiles. Die hohen Stromkosten in Deutschland sind das größte Hindernis im internat

Der Gesamtumsatz der deutschen Textil- und Modeindustrie wuchs 2016 um insgesamt 0,2 Prozent im Vergleich zu 2015 und lag damit bei rund 32 Milliarden Euro (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie). Auffällig sind erneut die unterschiedlichen Entwicklungen in den verschiedenen Segmenten. So stieg der Umsatz mit Textilien um 2,9 Prozent und wuchs damit deutlich. Hingegen sank der Umsatz mit Bekleidung um 3,8 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie, erklärt: „Stärkste Segmente sind vor allem Technische Textilien für Anwendungen in der Medizintechnik, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Bautechnik. Hier sind deutsche Unternehmen weltweit führend. Smart Textiles bieten mit der Integration von Technik und Elektronik in Textil ganz neue Märkte für die langfristige Zukunft. Das Kostenmonster EEG ist allerdings das größte Hindernis im internationalen Wettbewerb: Wir fordern eine neue Finanzierungsstruktur für Erneuerbare Energien.“

Gerd Oliver Seidensticker, Präsident von GermanFashion, ergänzt: „Die deutsche Modeindustrie stand in 2016 vor vielen Herausforderungen – national und international. Erfreulicherweise läuft der Exportmotor wieder. Die großen Verluste auf einst starken Märkten wie Russland konnten anderswo wettgemacht werden, so dass wir im Export ein leichtes Plus von 1,4 Prozent zu verzeichnen haben. Nach wie vor sind deutsche Modemarken aufgrund von Design und dem hohen Qualitätsstandard unserer Produkte sehr beliebt.“

Deutsche Produkte sind international stark gefragt. Die Textil- und Modeexporte stiegen insgesamt um 1,2 Prozent. Neben attraktiven, starken deutschen Modemarken sind vor allem Technische Textilien für den Zuwachs verantwortlich. Das Exportvolumen lag 2016 auf dem Rekordniveau von 26,6 Milliarden Euro.

Trotz stagnierender Gesamtumsätze stieg die Zahl der Beschäftigten der gesamten Branche gegen den langjährigen Trend erfreulicherweise um 0,8 Prozent auf 118 000 (ohne Schuh- und Lederwarenindustrie). Viele Unternehmen suchen neue Mitarbeiter. Die Nachwuchskampagne der Branche WWW.GO-TEXTILE.DE unterstützt diese Bemühungen.

Die Geschäftsentwicklung für 2017 beurteilen viele Unternehmen laut einer Verbandsumfrage neutral oder positiv: Etwa 45 Prozent gehen von einem Umsatzwachstum aus, rund 45 Prozent erwarten etwa gleichbleibende Umsätze. Der Gesamtverband textil+mode prognostiziert für 2017 ein Umsatzwachstum von 1,7 Prozent.

Smart Textiles integrieren Elektronik in Textilien und bieten völlig neue Anwendungen in verschiedensten Bereichen. Eine sensorische Schuhsohle erstellt beim Gehen Daten für orthopädische Diagnosen. Ein Windrad mit Rotor aus Carbonfaser meldet selbstständig, wann es gewartet werden muss. Eine Jacke integriert das Navigationssystem in den Ärmel und ersetzt das Smartphone. Hier entwickeln Unternehmen gemeinsam mit Textilforschungszentren die Textilien der Zukunft. Mehr Infos finden Sie in unserer Broschüre „Smart Textiles: Licht, Wärme, Daten aus der Faser“: WWW.TEXTILFORSCHUNG.DE/PUB/INDEX.PHP?ID=9.

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist (einschließlich Schuh- und Lederwarenindustrie) mit etwa 1 400 Unternehmen und mehr als 132 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 32 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie.

Pressemitteilung Gesamtverband textil+mode

Bild: © Uni Stuttgart – ILEK

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