Neue Regeneratfaser auf Hanfbasis

FORSCHUNG, TECHNIK & UMWELT
 
 
 
Neue Regeneratfaser auf Hanfbasis
Drei Jahre arbeiteten verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Rahmen des ZIM-NEMO-Netzwerks an einer neuen Regeneratfaser auf Hanfbasis. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Drei Jahre arbeiteten verschiedene Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Rahmen des ZIM-NEMO-Netzwerks an einer neuen Regeneratfaser auf Hanfbasis. Herausgekommen ist die Neuheit Lyohemp™ – so heißt die innovative Cellulosefaser, die aus kontrolliert biologisch angebautem Hanf gewonnen wird.

Das Lyocell-Verfahren gibt es schon seit den 1970er Jahren. Die Lenzing AG, heute weltweit größter Lyocellproduzent, führte die vielseitige Faser in den 90ern unter dem Markennamen Tencel™ zum internationalen Erfolg. Lyocell wurde ein Must-Have in der Branche. Bislang stammte der Zellstoff für die Fasergewinnung aus Holz. Weil Holz vergleichsweise langsam wächst, setzt das Projekt als alternative Zellstoffquelle auf schnell nachwachsenden, ökologisch angebauten Hanf. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Projektpartner haben die feinen Lyocell-Fasern auf Hanfbasis bereits erfolgreich versponnen, verstrickt und zu feiner Nachtwäsche konfektioniert. Das sorgt im In- und Ausland für Aufmerksamkeit. Unternehmen aus Frankreich, Portugal und Kanada wollen den Weg zu umweltschonenden Textilfaser aus Regenerat-Cellulose prüfen und die Technologie übernehmen.

Stufe 2: Hanf-Lyocell aus Schäben

Ein Folgeprojekt des Kooperationsnetzwerks Hanf-Lyocell setzt sich nun zum Ziel, die gesamte Hanfpflanze nutzbar zu machen. Bislang mussten die Stängel für hochwertige Fasern zur textilen Nutzung vor der Samenreife geerntet werden. Damit stand die Pflanze für die Nahrungsmittelproduktion nicht mehr zur Verfügung. Das Netzwerk widmet sich derzeit der Entwicklung neuer Verfahren, bei dem der benötigte Zellstoff zur Lyocell-Herstellung aus den Hanfreststoffen, den sog. Schäben, gewonnen wird. Die unterschiedlichen Kooperationspartner des Projekts bilden dabei eine durchgängige Wertschöpfungskette – vom Feldanbau bis zum fertig konfektionierten Bekleidungsstück.

Erste Ergebnisse stimmen optimistisch

Die Forscher entwickeln innovative Aufschlussverfahren und experimentieren mit umweltverträglichen und teilweise wiederverwendbaren Lösungsmitteln zur Zellstoffgewinnung. Die ersten Ergebnisse stimmen zuversichtlich. Das Projekt befindet sich derzeit in der Optimierungsphase und es ist davon auszugehen, dass bereits in den nächsten Monaten Feldversuche im Tonnenbereich stattfinden können. Wenn alles gelingt, steht einer Nutzung im industriellen Maßstab nichts mehr im Wege. Im Vergleich zur vorherigen Forschung bietet das neue Verfahren in puncto Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit erhebliche Vorteile.

Kooperationspartner des aktuellen Netzwerks Hanf-Lyocell:

INNtex Innovation Netzwerk Textil GmbH, Pahren Agrar Verwaltungs- und Vermarktungs GmbH & Co. KG, smartpolymer GmbH, Gebr. Otto GmbH & Co. KG, Alterfil Nähfaden GmbH, Maschinen- und Metallbau Thomas Puffe, dretex Textil GmbH, Sächsisches Textilforschingsinstitut e. V., Mühlenmontagen Dresden GmbH, Willhelm Kneitz AG, TU Dresden – Institut für Pflanzen- und Holzchemie, Hessnatur Stiftung, Delfortgroup (OP Papirna CZ), Thüringisches Institut für Textil- und Kunsttoffforschung e. V.

Titelbild: © herbadea-berlin – unsplash.com

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